Der Hundertmeterbau bleibt der Größte

Kornwestheim Die von der Immovation AG geplante Parkgarage auf dem Salamander-Areal ist zu groß. Das erklärten Denkmalschützer beim Vor-Ort-Termin. Die Pläne werden modifiziert.

Von Gaby Mayer-Grum

Das Parkhaus mit Discounter im Erdgeschoss, das die Immovation AG auf dem Salamander-Areal bauen will, darf die umgebenden historischen Gebäude nicht dominieren. „Der Neubau soll nicht in Konkurrenz zu den Bestandsgebäuden stehen“, sagt der Erste Bürgermeister Michael Köpple. Das ist das Fazit eines Gesprächs, das Denkmalschützer Dr. Karsten Preßler aus dem Regierungspräsidium Stuttgart (RP), der Immovation-Architekt Achim Westermann und der Bürgermeister auf dem Areal geführt haben.

Sieben Stockwerke und eine extravagante Fassade sollte das Parkhaus den ersten Plänen von Immovation zufolge haben. Zu groß und zu auffällig, lautete das Urteil des Denkmalschützers, und auch Köpple erklärt: „Wir plädieren dafür, das Parkhaus bewusst niedriger als die historischen Gebäude zu halten.“ Das Immobilienunternehmen, das inzwischen offiziell Eigentümer des Areals ist, will seine Pläne daher überarbeiten. „Durch eine Reduzierung der ursprünglich geplanten sieben auf fünf Parkebenen und eine Modifikation der Parkhaus-Fassade wurde eine Lösung gefunden, die den Denkmalschutzaspekten Rechnung trägt“, teilt Immovation mit. Architekt Westermann werde noch in dieser Woche einen neuen Entwurf vorstellen. Werde das Parkhaus verkleinert, müsse aber auch darüber nachgedacht werden, wo die wegfallenden Stellplätze ersatzweise ausgewiesen werden können, so Köpple, hierfür gebe es noch keine Lösung.

Überarbeiten muss Architekt Achim Westermann auch das Konzept für die Loftwohnungen, die in den denkmalgeschützten Bauten sieben, acht und neun im südlichen Bereich des Areals entstehen sollen. Das Denkmalamt im RP legt Wert darauf, dass die Stützen in der Mitte der ehemaligen Produktionssäle erhalten bleiben, wenn diese zu Wohnungen umfunktioniert werden. In den bisherigen Plänen seien die Stützen mehrfach in Wände integriert worden, weil die Immovation innenliegende Treppenhäuser bauen wolle, berichtet Köpple. Das Denkmalamt lege aber großen Wert darauf, dass der Charakter der einstigen Produktionsstätten erhalten bleibe – und dazu zählten eben auch die Säulen.

Einverstanden zeigte sich der Vertreter des Regierungspräsidiums dagegen mit dem Plan, die Lofts mit Loggien zu versehen. Hatten die Denkmalschützer die Pläne der Vorbesitzerin Vivacon AG noch kritisiert – sie wollte Balkone vor die Fassade setzen – akzeptiere es das Konzept von Immovation. Allerdings mit Einschränkung: Noch sei dem Amt die Zahl der Loggien zu groß, berichtet der Baubürgermeister. Die vielen innenliegenden Balkone sorgten dafür, dass die Fassade insbesondere in westlicher Richtung fast durchlöchert wirke. Ein Kompromiss könne sein, dass die Loggien Fenster erhielten, die dem Stil der alten Fabrikfenstern entsprechen.

„Wir sind auf einem guten Weg, aber es gibt noch einiges zu feilen“, schlussfolgert Köpple aus dem Gespräch. Und auch aus dem Regierungspräsidium heißt es: „Mit dem, was vorgelegt wurde, können sich die Denkmalpfleger deutlich besser arrangieren als mit früheren Plänen“, so Sprecher Dr. Clemens Homoth-Kuhs. Zwar seien Nachbesserungen erforderlich, „aber Denkmalschutz ist ja nichts absolut Starres, wir werden einen Kompromiss finden.“

Die Immovation muss sich jedenfalls mit den Nachbesserungen beeilen. Noch in diesem Monat will das Unternehmen eine Bauvoranfrage bei der Stadt einreichen. Dass sie positiv beschieden wird, davon ist Achim Westermann überzeugt: „Die Gespräche waren sehr konstruktiv“, urteilt der Architekt. „Alle Voraussetzungen für einen positiven Bescheid des Bauamts sind gegeben, dann kann es losgehen.“

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STZ, 16.03.2010