Es gibt viele verschiedene Ideen

Matthias Adamietz, Geschäftsführer der Immovation Immobilien Handels AG, und Architekt AchimWestermann haben gestern die Kornwestheimer Stadtspitze darüber informiert, was sie mit dem in der vergangenen Woche erworbenen Salamander-Areal vorhaben.

Von Werner Waldner

Kornwestheim. Von Plänen mag Matthias Adamietz noch nicht reden. Er spricht lieber von „Planungsüberlegungen“. In der vergangenenWoche hat sein Unternehmen, die Immovation Immobilien Handels AG aus Kassel, das Salamander-Areal von der Kölner Firma Vivacon gekauft (wir berichteten). Am Montag, gestand Adamietz beim Termin gestern im Kornwestheimer Rathaus ein, habe er sich mit Architekt Achim Westermann hingesetzt, um ein paar Überlegungen auf Papier zu bringen, die er Oberbürgermeisterin Ursula Keck und Finanzbürgermeister Dietmar Allgaier am gestrigen Donnerstag schließlich präsentierte. Ausgereift ist das alles noch nicht. „Es gibt viele verschiedene Ideen“, sagt Adamietz, der mit Investitionskosten in Höhe von insgesamt rund 80 Millionen Euro rechnet.

In den südlich gelegenen Blocks 7, 8 und 9 wollen die Nordhessen 250 Loftwohnungen à rund 100 Quadratmeter einrichten. Mietwohnungen sollen es werden, damit die Abschreibungsmöglichkeiten in Anspruch genommen werden können. In die großzügigen Treppenhäuser will der Investor Aufzüge einbauen, an der westlichen Fassade zur Ebertstraße hin die historischen Fenster beseitigen, innen liegende Loggien einbauen und Fenster im alten Stil wieder einsetzen. Balkone, mit denen sich die Denkmalschutzbehörde schwer tut, sind nicht vorgesehen. Allerdings: Sei erkennbar, dass Mieter wegen fehlender Balkone ausbleiben, wolle er sich um eine Genehmigung für Anbauten an der östlichen Fassade (Stammheimer Straße) bemühen, sagt Adamietz. Die mächtigen Stützpfeiler im Inneren des Gebäudes will er erhalten und in die Wohnungen integrieren.

Für den 45 000 Quadratmeter gewerblichen Bereich, der gut zur Hälfte vergeben ist, will sich Adamietz um weitere Mieter bemühen. Und dabei soll es künftig möglich sein, auch kleinere Einheiten zu mieten. Neue Geschäfte sind nicht geplant – sieht man einmal von einem Lebensmittelmarkt an der Stammheimer Straße ab. Fest steht für den Immovation-Geschäftsführer, dass der Festsaal abgerissen wird. „Das können wir schon sagen.“ Ob das frei werdende Grundstück nun für einen Hotelneubau (Adamietz: „Ich glaube persönlich, dass es einen Mangel an Betten in Kornwestheim gibt.“), für Seniorenwohnungen oder ein ganz anderes Projekt gibt, all das steht noch in den Sternen.

Ideen hat die Immovation AG auch für das Grundstück hinter dem Salamandergebäude zwischen Ebert- und Salamanderstraße, wo sich derzeit noch Parkplätze befinden. Wohnhäuser schweben Matthias Adamietz dort vor – ob in Form von mehrgeschossigen Bauten oder Reihenhäusern, das weiß er noch nicht. „Wir bauen das, was in der Region gebraucht wird“, sagt der Immovations-Geschäftsführer. Das Areal zwischen Salamander- und Poststraße wird das Kasseler Unternehmen voraussichtlich veräußern. Die Neuapostolische Gemeinde hatte sich in der Vergangenheit interessiert gezeigt.

Seit Oktober war die Immovation AG mit Vivacon im Gespräch. Die Verhandlungen seien exorbitant schwierig gewesen, berichtet Adamietz. Warum die Kölner an dem Projekt Salamander scheiterten, das vermag der Kasseler nicht zu beurteilen. Vielleicht seien die Pläne zu hochtrabend gewesen, möglicherweise sei Vivacon auch von der Finanz- und Wirtschaftskrise getroffen worden. Er ist sich aber sicher, dass sein Unternehmen das Geld in die „richtige Entwicklung“ steckt. Er versprach Oberbürgermeisterin Ursula Keck, „das Beste“ aus dem Areal zu machen. Er wisse: „Salamander gehört zu Kornwestheim.“ Architekt Achim Westermann geht davon aus, dass die ersten Mieter im Sommer 2011 einziehen werden. Die Entwicklung des gesamten Areals will die Immovation bis 2014 abgeschlossen haben. Die Wohnungen werden, kündigt Adamietz an, nicht weiter verkauft, sondern im Bestand der Immovation AG bleiben und von Kassel aus verwaltet. Für die Sanierungsphase sollen ein Architekt und ein Vermietungsspezialist von Kornwestheim aus arbeiten.

Die OB versprach dem neuen Käufer, dass Stadtverwaltung und Gemeinderat die Entwicklung „positiv begleiten“ werden. Derzeit erkenne sie keinen Widerspruch zu den städtebaulichen Vorgaben und zum Regionalplan. Adamietz will dem Gemeinderat am 11. Februar Rede und Antwort stehen – dann vermutlich mit detaillierteren Plänen als gestern bei seinem Antrittsbesuch imKornwestheimer Rathaus.

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STZ, 08.01.2010