Pläne für Salamander konkretisieren sich

Kornwestheim Die Immovation AG hat den Stadträten im Ausschuss für Umwelt und Technik das überarbeitete Projekt vorgestellt. Statt eines Hotels werden Seniorenwohnungen gebaut.

Von Werner Waldner

Ein wenig wirkt das Salamander-Areal wie eine große Schatzkiste, die jedes Mal, wenn man sie öffnet, eine neue Überraschung birgt – übrigens auch für Lars Bergmann, den Geschäftsführer der Immovation AG, der das einstige Fabrikgelände gehört. Am Dienstagabend, als der Immobilienkaufmann aus Kassel den Kornwestheimer Stadträten die neuesten Vorhaben für das Areal präsentierte, wurde er sogar ein wenig poetisch. Er verstieg sich zu dem Bekenntnis „Salamander ist meine Leidenschaft“ und versprach, dass das Grundstück im Besitz der Immovation AG verbleibt. Ein Blick auf die einzelnen Bausteine des Salamander-Areals und den Stand der Planungen:

Grundbucharchiv
Nicht nur poetisch, sondern auch überaus selbstbewusst gab sich Bergmann. Dass es Immovation gelungen sei, das Land Baden-Württemberg als Mieter zu gewinnen, wertete er als „klasse Managementleistung des gesamten Teams“. Ein dreiviertel Jahr sei verhandelt worden, der Mietvertrag umfasse 150 Seiten. 60 Arbeitsplätze, so der Immovation-Geschäftsführer, werde das Land auf dem Salamander-Archiv einrichten. Das Archiv im Salamander-Gemäuer unterzubringen, das ist keine leichte Aufgabe. Architekt Thomas Kraus sprach von einem „bunten Strauß von Herausforderungen“. Damit die Akten sicher lagern, werden in die Räumlichkeiten jeweils knapp 200 Quadratmeter große Indoor-Safes – eine Art Container – eingebracht. Sie sind klimatisiert, verfügen über eine Regelung für die Luftfeuchtigkeit und eine Kohlendioxid-Warnanlage. In mehreren Bauabschnitten wird das neue Grundbucharchiv hergerichtet. Noch in diesem Jahr sollen die ersten Grundbücher angeliefert werden, 2016 kommen die letzten. Ein Archiv in dieser Größenordnung existiere noch nicht, so Kraus. Der Mietvertrag ist auf 20 Jahre abgeschlossen – mit Option auf Verlängerung.

Loft-Wohnungen
Sie werden nicht mehr so groß ausfallen wie ursprünglich geplant, erläuterte Lars Bergmann. Experten hätten Immovation davon abgeraten, die Wohnungen zu groß zu dimensionieren. Die Lofts – 70 an der Zahl – werden im Bau 9 am südlichen Ende des Areals gebaut und über neue Fenster verfügen. Die alten wandern nicht auf die Deponie, sondern ersetzen verfaulte Fenster in Bau 7. Das sieht eine Abmachung zwischen Immovation und der Denkmalschutzbehörde vor.

Parkhaus/Supermarkt
Waren einst fünf Etagen vorgesehen, so sind es mittlerweile nur noch vier. Architekt Achim Westermann: „Das Parkhaus hat sich angenehm reduziert.“ Da 19 000 Quadratmeter allein vom Grundbucharchiv eingenommen werden, erscheinen Immovation vier Parkdecks mehr als ausreichend. Ins Erdgeschoss soll nach wie vor ein Supermarkt einziehen – kein Discounter, sondern ein Vollsortimenter. Große Ketten würden schon nachfragen, so Bergmann.

Kindergarten
Er wird nun wohl doch von der Immovation AG errichtet werden. Nachdem ein Betreiber eine Bauvoranfrage gestellt hatte, war die Stadt davon ausgegangen, dass Immovation den Hort nicht selbst bauen wird. Bergmann zeigte sich aber optimistisch, dass Verhandlungen mit einem künftigen Träger zu einem guten Ende geführt werden können, Immovation dann selbst Bau und den Kindergarten verpachtet.

Hotel
Das wird es nicht geben. Stattdessen errichtet Immovation dort, wo heute noch der Festsaal steht, ein Haus mit 30 Seniorenwohnungen. Die geplante „futuristisch anmutende Skylounge“ werde damit allerdings auch nicht verwirklicht werden, kündigte Architekt Westermann an. Von den Hotelplänen rückte Immovation laut Lars Bergmann ab, nachdem sich kein Betreiber für das Hotelprojekt erwärmen konnte.

Gastronomie
Lurchis Lunchhouse ist Historie. Die Kantine will Immovation auf jeden Fall aufgeben, kündigte Bergmann an. Sie sei beim Bau viel zu groß dimensioniert worden. „Sie ist so unwirtschaftlich, dass der Betrieb keinen Sinn macht“, erläuterte der Geschäftsmann. Ein Restaurant mit Mittagstisch soll im ersten Geschoss eingerichtet werden.

Einzelhandel
Die Einzelhandelsfläche soll wachsen, von einem Outlet-Center will Bergmann aber nicht sprechen. Salamander werde sich vermutlich vergrößern, für die ehemalige Kantine interessiere sich eine namhafte Handelskette. Mehr Fläche soll dem Einzelhandel nicht zur Verfügung gestellt werden. Bergmann: „Alles andere bleibt Fläche für Büros oder Dienstleistungen.“

Fußgängersteg
Die Verbindung für Fußgänger und Radfahrer über die Bahngleise Richtung Innenstadt sucht man in den Plänen vergebens. „Das Vorhaben ist wach und präsent, aber nicht aktuell“, formulierte Bergmann.

Stadtvillen
An den Plänen für neun Stadtvillen auf der Rückseite des Salamander-Gebäudes will Immovation festhalten. Das Unternehmen sieht eine steigende Nachfrage für solche Häuser.

Die Stadträte zeigten sich von den Plänen angetan und optimistisch, dass sich das Areal positiv entwickeln werde.

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STZ, 14.04.2011