Schöne Aussicht im Westen

Samuel-Beckett-Anlage wird immer belebter – Altes Kasernengebäude saniert

Von Ellen Schwaab

VORDERER WESTEN. Die Samuel-Beckett-Anlage füllt sich mit Leben. In das ehemalige Kasernengebäude an der Bodelschwinghstraße sind die ersten Mieter eingezogen. 37 der 51 Wohnungen sind vermietet. Die Eigentümerin, die Kasseler Immovation AG, hat acht Millionen Euro in Umbau und Sanierung investiert.

Kerstin Hentschel ist von der Kirchditmolder Zentgrafenstraße in das denkmalgeschützte Kasernengebäude an der Samuel-Beckett-Anlage gezogen. „Da sind Welten dazwischen“, sagt die 33-jährige Produktmanagerin zu ihrem neuen Wohnort. „Ich fühle mich wahnsinnig wohl.“ In ihre Wohnung mit den Deckenbögen, dem einladenden Balkon und der zentralen Lage im Stadtteil habe sie sich sofort verliebt. Und natürlich sei der Vordere Westen mit seinen Cafés, Geschäften und Restaurants „ganz toll“.

Matthias Müller (43) und Britta Lockemann (34) fühlen sich ebenfalls im Vorderen Westen wohl. Von ihrer ersten gemeinsamen Wohnung im vierten Stock des Beckett-Flügels, wie der Eigentümer das historische Gebäude nennt, hat das Paar einen umwerfenden Blick über den Stadtteil bis hin zum Herkules. Diese Aussicht habe auch den Ausschlag gegeben, sagt der Versicherungsfachwirt. Er wohnte vorher an der Parkstraße und wollte im Vorderen Westen bleiben. Das alte Kasernengebäude habe seinen ganz besonderen Reiz, sagt er. Dafür sorgen unter anderem die alten Schießscharten, die nun in manchen Räumen als originelle Fenster dienen.

Während in den Beckett-Flügel wieder Leben einzieht, wird an anderer Stelle gebaut. An der Gabelsbergerstraße wächst der Lebensmittelmarkt in Windeseile empor. Im nächsten Sommer soll er fertig sein. Das Kasseler Unternehmen M & I investiert acht Millionen Euro in den Neubau. An der Parkstraße baut eine Tochter der Vereinigten Wohnstätten 1889 neun Eigentumswohnungen. Die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft Hessen (GWH) will bald mit dem Bau einer dritten Stadtvilla beginnen.

Drei Grundstücke frei
„Es läuft schneller, als wir gedacht haben“, sagt Carlo Frohnapfel vom Stadtplanungsamt. Nach seinen Angaben sind lediglich noch drei Grundstücke frei, die gewerblich genutzt werden sollen. „Da müssen wir einen langen Atem haben“, sagt Frohnapfel. Für ein weiteres Grundstück am Karl-Marx-Platz gibt es nach seinen Angaben mehrere Interessenten. Dort soll ein Bürogebäude mit einem Café im Erdgeschoss entstehen.

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HNA, 04.09.2010