Schöner wohnen im Westen

Im Kasernenflügel der Beckett-Anlage sollen ab Mai 50 Wohnungen entstehen

Von Peter Dilling

WEST. Wo einst Soldaten exerzierten, später Polizisten Dienst taten und zuletzt Landesbeamte hinter Schreibtischen saßen, sollen nächstes Frühjahr Mieter mit gehobenen Ansprüchen einziehen. Die Kasseler Immobilienhandelsfirma Immovation will den über 130 Jahre alten ehemaligen Kasernenflügel am Rand der Samuel-Beckett-Anlage für acht Millionen Euro sanieren, teilweise umbauen und dort 50 Mietwohnungen mit 6500 Quadratmetern Wohnfläche errichten.

Matthias Adamietz, Vertriebsvorstand der Immovation AG, die den Kasernenflügel erworben hat, und der planende Architekt Achim Westermann stellten die Pläne jetzt dem Ortsbeirat West vor. Im Mai wolle man mit den Bauarbeiten beginnen, kündigte Adamietz an.

Man erwarte die Baugenehmigung in Kürze. Man sei bereits dabei, die alte Heizung herauszureißen. Immovation setzt auf Fernwärme von der Stadt Kassel.

Auf fünf Ebenen sollen Wohnungen mit einer Größe von 75 bis 270 Quadratmetern entstehen, die durch sechs Treppenhäuser und ebenso viele Fahrstühle in dem ehemaligen Kasernentrakt erreichbar sein werden. Dazu sind lichtdurchflutete Maisonette-Wohnungen und eine Terrasse auf dem Dach der ehemaligen Kaserne geplant. Der Dachstuhl des Gebäudes sei marode und müsse ohnehin entfernt werden, sagte Adamietz.

Man plane hochwertige Mietwohnungen und „keinen Einheitsbrei“, kündigte Architekt Westermann an. Es entstünden „äußerst schicke Mietwohnungen“, sagte Adamietz. Das hat seinen Preis. Der Investor, der nach eigenen Angaben 30 Millionen Euro mit einem geschlossenen Immobilienfonds eingesammelt hat, kalkuliert mit einer Netto-Kaltmiete von sieben Euro pro Quadratmeter.

Noch sei keine der Wohnungen vermietet, die Vermarktung solle im Sommer beginnen, sagte Adamietz auf Anfrage. Man setze auf gut verdienende Interessenten im mittleren Alter. Da gebe es Bedarf.

Die Fassade der ehemaligen Kaserne wird weit gehend erhalten bleiben. Nur die Dachsimse werden entfernt, um Platz für die Terrasse zu schaffen. Außerdem werden filigrane Stahlbalkons vor die Fassade montiert.

Das Mietshaus wird vom Inneren der Beckett-Anlage erschlossen. Die öffentlichen Parkplätze an der Rückseite (Bodelschwinghstraße) bleiben also erhalten.

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HNA, 09.03.2009