Sky-Lounge statt Salamander-Festsaal

Kornwestheim Ein Hotel, ein Parkhaus, Lofts und Geschäftsräume: Die Immovation AG tut kund, was sie auf dem Salamander-Areal plant, das sie für rund 20 Millionen Euro erworben hat.

Von Werner Waldner

Als die Firma Vivacon ihre Pläne für das Salamander-Areal im Mai 2008 dem Gemeinderat präsentierte, da konnten die Stadträte mit ihrer Begeisterung kaum hinterm Berg halten. „Eine große Chance für Kornwestheim“, sagten sie, und „Das ist fast zu schön, um wahr zu sein.“ Es wurde nicht wahr. Ende des vergangenen Jahres ist das Areal – so wie es Vivacon 2008 gekauft hatte – an die Firma Immovation aus Kassel veräußert worden, die gestern Abend nun an der Reihe war, ihre Pläne den Stadträten vorzustellen.

Und wie reagierten die Kornwestheimer Kommunalpolitiker dieses Mal? Mit vielen Fragen, einer vorsichtigen Skepsis, manchmal mit Kopfschütteln, mal mit Verärgerung, dann wieder ließen sie die Hoffnung durchscheinen, dass nun aber die Pläne Wirklichkeit werden. Immovation-Geschäftsführer Matthias Adamietz überraschte über das bereits bekannte Vorhaben hinaus (250 Loft-Wohnungen in den alten Fabrikhallen und weitere Büro-und Geschäftsräume im alten Salamander-Verwaltungstrakt für rund 1000 Beschäftigte) mit zwei neuen Ideen: An der Stammheimer Straße plant der Investor – südlich der heutigen Einfahrt zum großen Parkplatz – ein großes, sechsstöckiges Parkhaus mit einem Discounter im Erdgeschoss. Das Parkhaus soll so hoch werden wie die Salamander-Gebäude. Wo heute der Festsaal steht, kann sich Immoviation ein Hotel mit rund 50 Betten, einer Tiefgarage und einer großen „Sky-Lounge“ auf dem Dach vorstellen. Architekt Achim Westermann sprach von einer „extravaganten Architektursprache“ als Pendant zu den streng gegliederten Salamander-Gebäuden. Dass der Festsaal abgerissen wird, steht für Adamietz außer Frage. Er verfüge über eine schlechte Bausubstanz, eine Abrissgenehmigung habe die Stadt schon vor längerer Zeit, als Immovation noch gar nicht an einen Kauf gedacht habe, erteilt. Das gesamte Areal will Immovation nach einem „ausgeklügelten Lichtkonzept“ beleuchten, ein 300 Meter langer, schmaler Brunnen soll sich von Nord nach Süd über das Areal ziehen.

Hinter den Fabrikhallen wollen die Hessen auf dem Parkplatz zwischen Salamander- und Ebertstraße neun Stadtvillen errichten, deren Wohnungen verkauft werden. Die Lofts hingegen sollen vermietet werden – zu einem Preis von rund 7,50 Euro pro Quadratmeter, wie Immovation-Finanzchef Lars Bergmann gestern verriet.

Rund 20 Millionen Euro hat die Immovation Immobilien Handels AG für das Areal bezahlt. Zwölf Millionen Euro hat Immoviation laut Informationen, die sie auf ihrer Homepage verbreitet, dafür als Darlehen aufgenommen. Wie hoch das Investitionsvolumen insgesamt sein wird, vermochte Adamietz noch nicht zu sagen. Er wisse schließlich noch nicht, ob Immovation Parkhaus und Hotel selbst baue oder die Projekte an andere Unternehmen vergebe. Für den Baubeginn sei das notwendige Geld vorhanden, betonte Bergmann. So sollen in einem ersten Schritt die leer stehenden Büro- und Geschäftsräume hergerichtet werden, außerdem werden 80 Loftwohnungen im südlichen Fabrikgebäude gebaut. Adamietz betonte auf Fragen von den Stadträten: „Wir haben das Geld, um das Projekt realisieren zu können.“ Und etwas flapsig-forsch ergänzte er: „Zehn Millionen Euro mehr oder weniger spielt da keine Rolle.“

Bereits im Sommer will Immovation mit den Bauarbeiten beginnen, die ersten Mieter sollen Mitte 2011 einziehen.

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STZ, 12.02.2010