Weniger versiegelt, mehr verklinkert

An den Plänen für das Salamander-Areal ist nochmals gefeilt worden. Im Detail gibt es Verbesserungen für den Denkmalschutz und bei den Freiflächen.

Von Birgit Kiefer

Kornwestheim. Vieles hat sich relativiert und konkretisiert: Die Gespräche zwischen der Immovation AG, die das Salamander-Areal gekauft und dort kürzlich eine Vertriebszentrale eingerichtet hat, auf der einen Seite und dem Bauverwaltungsamt und dem Denkmalamt auf der andere Seite verlaufen zufriedenstellend. „Was jetzt an Plänen vorliegt, kommt dem Gesprächsergebnis mit dem Denkmalamt sehr nahe“, lobt Kurt Schaible vom Bauverwaltungsamt der Stadt Kornwestheim denn auch.

In einer Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik Ende März hatten sich die Stadträte und die Verwaltung bereits weitgehend mit dem Konzept von Immovation für das ehemalige Industriegelände einverstanden erklärt. Im Detail gab es aber noch Nachbesserungswünsche. Diese sollen nun erfüllt werden, berichten die Gesprächspartner. Optisch am auffälligsten dürften die Änderungen am Parkhaus sein, das dort entsteht, wo sich bisher der alte Festsaal befindet: Die transluzente, gefaltete Fassade des Originalentwurfs war schon einer vertikalen Akzentuierung gewichen. Nun kommt hinzu, dass sie mit rotem Backstein verklinkert wird. So würden die umliegenden Gebäude widergespiegelt, findet Achim Westermann, Architekt und Generalplaner des Projekts. Kurt Schaible erläutert: „Das Parkhaus nimmt nun in Gestaltung und Maß die historische Bausubstanz auf.“ Für den Tanzsportclub Solitude, der im alten Festsaal beheimatet ist, macht das keinen Unterschied: Der Verein hat die Kündigung des Mietverhältnisses bekommen und muss wohl im Sommer sein Domizil verlassen. Er sucht nach neuen Räumen.

Denkmalschützer Dr. Karsten Preßler vom Regierungspräsidium Stuttgart hatte außerdem bemängelt, dass durch die Loggien, die bisher nur gen Westen geplant waren, die dortige Fassade stark zerlöchert würde. Baubürgermeister Michael Köpple sprach von einer „durchlöcherten Wabe“. Die Loggien sollen nach den neueren Plänen teilweise auf die Ostseite verlegt werden, so dass die Wirkung etwas entschärft wird. Auf dieser Seite sollen die, wie Westermann sagt, „suboptimalen Vorbauten“ zurückgebaut werden, so dass die eigentliche Fassade herausgearbeitet wird. „Jedes dritte Fenster hat nun eine Loggia“, erläutert Kurt Schaible vom Bauverwaltungsamt. Schonend sollte sich auch auswirken, dass keine zusätzlichen Eingänge in die Gebäude gelegt werden, wie der Architekt verspricht.

Laut Westermann ist es auch möglich, dass die historischen Stützpfeiler in den Hallen wie gewünscht nach dem Umbau sichtbar sind. Ihnen kommt denkmalpflegerisch eine hohe Bedeutung zu. Die bestehenden Treppenhäuser reichen nun wohl doch, sie müssen nicht umgebaut werden, werden aber zusätzlich mit Aufzügen versehen. Wichtig ist der Stadt, dass die Stützreihen in ihrer Gesamtheit erkennbar bleiben. Nach den bisherigen Vorstellungen sollten sie nur in Teilen in den Wohnungen selbst erhalten bleiben.

Ein weiterer Kritikpunkt war gewesen, dass die geplante Kindertagesstätte – sie soll dort entstehen, wo die Betriebsfeuerwehr untergebracht war – nicht genügend Freiflächen aufweist. „Das war mit insgesamt rund 600 Quadratmetern bisher einigermaßen wenig“, gibt Westermann zu. Nun will er der Einrichtung eine Gesamtfläche von 1600 Quadratmetern zuweisen. Teile des Innenhofes sollen dafür entsiegelt werden. Außerdem soll an die Kindertagesstätte anschließend ein Spielplatz gebaut werden. Den bereits bestehenden Spielplatz an der Ebertstraße als Nachweis von Spielflächen heranzuziehen, ist laut Westermann nicht möglich.

Nach der Einigung will die Immovation nun die Baugenehmigungen einreichen. Mit dem Umbau des südlichen Blocks, der Nummer 9, könne es schon im Juni oder Juli losgehen, hofft der Architekt.

Originalen Artikel als PDF anschauen

STN, 04.05.2010