Wo einst geschuftet wurde, wird künftig geschwitzt

Kornwestheim Ein Fitnessclub zieht auf das Salamander-Areal. Ob ein Kindergarten dazukommt, ist noch offen.

Von Werner Waldner

Verträge mit neuen Mietern abgeschlossen, Kontrakte mit den vorhandenen Mietern verlängert, viele Gespräche mit Interessenten geführt: die Immovation AG müht sich redlich und durchaus erfolgreich, das Salamander-Areal zu beleben. Der größte Coup der vergangenen Wochen: der Pure-Fitnessclub mietet im zweiten Obergeschoss von Block 8 mehr als 1500 Quadratmeter an.

Der Geschäftsführer Kristof Pütter ist glücklich, dass er sich die Räumlichkeiten für sein Studio hat sichern können. Ein Auge auf das Areal hatte er schon geworfen, als der Komplex noch der EnBW gehörte. Aber weder mit dem Energieriesen aus Karlsruhe noch mit dem späteren Eigentümer Vivacon aus Köln kam ein Vertrag zustande. Das hat Immovation nun geschafft. Und wenn man den Beteiligten Glauben schenkt, dann war der Pure-Fitnessclub, der bereits ein Studio im Gewerbegebiet Nord in Ludwigsburg betreibt, nicht der einzige Interessent aus der Branche. Die Nähe zum Bahnhof, das Parkplatzangebot und natürlich die Industriearchitektur machen das Salamander-Areal für die Fitnessstudios begehrenswert.

Kristof Pütter investiert rund eine Million Euro in die Einrichtung, die voraussichtlich im Dezember eröffnen wird. „Höchste Qualität“ verspricht der 35-jährige Geschäftsführer. Der Ausstatter, mit dem Pütter zusammenarbeitet, will das Kornwestheimer Studio zum Vorzeigeobjekt gestalten. „Das Ambiente wird seinesgleichen suchen.“

Was laut Kristof Pütter gleichfalls für den Standort Kornwestheim spricht: Die Konkurrenz sei „überschaubar“. Neben dem Funsportzentrum des SV Kornwestheim in der Bogenstraße und „Feel Great“ in der Dorfwiesenstraße finden sich in der Stadt keine weiteren Einrichtungen. Der Fitnessclub im Haus 8 ist nicht der einzige Erfolg, den die Kasseler Immovation AG zu vermelden hat. Die Verträge mit den Mietern JCC Ledermoden, Trigema und der Jeanshalle sind um weitere fünf Jahre verlängert worden. JCC wird zudem in Lurchis Lunchhaus (Haus 10) wechseln. Neu hinzu kommt die Tübinger Rösch GmbH, die Nachtwäsche, Freizeitkleidung und Bademoden verkauft. „Die reine Wohlfühlkunst“, so der Name des Geschäfts, zieht gleichfalls in Haus 10.

Noch nicht in trockenen Tüchern ist indes der Vertrag mit einem Kindergartenbetreiber. Und derzeit ist auch nicht sicher, ob überhaupt – wie in den ursprünglichen Plänen vorgesehen – ein Hort auf dem Gelände des ehemaligen Salamander-Feuerwehrhauses eröffnen wird. Dem privaten Betreiber, der bereits Kindergärten in Ludwigsburg, Nürtingen und Berlin unterhält, hatte der Gemeinderat einen Baukostenzuschuss verweigert. Der Grund: die Forderungen erschienen den Kornwestheimern viel zu hoch. Für den Preis könne die Stadt auch selber bauen, monierten die Stadträte – zumal der Antragsteller nicht nur finanzielle Hilfe beim Bau des Kindergartens erwartete, sondern auch noch einen jährlich zu zahlenden Betriebskostenzuschuss, so wie ihn beispielsweise auch die kirchlichen Kindergärten erhalten. Voraussetzung für diese Förderung durch die Stadt ist die Aufnahme der Einrichtung in den Kindergartenbedarfsplan.

Angesichts der Überlegungen des Leonardis-Pflegezentrums, zusammen mit anderen Unternehmen im Süden Kornwestheims einen Betriebskindergarten zu initiieren, und angesichts der Pläne der Stadt, auf dem ESG-Gelände einen mehrgruppigen Kindergarten zu errichten, ist es fraglich, ob überhaupt ein weiterer Kindergarten auf dem Salamander-Areal benötigt wird. Die Stadtverwaltung, so bestätigte es die Oberbürgermeisterin Ursula Keck, trage zurzeit Zahlen zusammen, wie viele Kindergartenplätze in den kommenden Jahren benötigt werden. Erst wenn die Zahlen vorlägen und im Sozialausschuss beraten worden seien, könne darüber entschieden werden, ob der Kindergarten auf dem Salamander-Areal in die Bedarfsplanung aufgenommen werde.

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STN, 09.09.2011